Sternstunden Europas – ein einmaliges und großartiges Fest im Herzen Europas

Am 1. Mai 2004 rückte das deutsch-polnisch-tschechische Dreiländereck und somit die Euroregion Neisse-Nysa-Nisa mitten in das Herz Europas. Das gemeinsam durch die Städte Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau sowie die Landkreise der Euroregion organisierte Fest unter dem Motto „Sternstunden Europas“ vom 30.4. bis 2.5. wurde zu einem der größten Volksfeste anlässlich des EU-Beitrittes Polens, Tschechiens und acht weiterer Staaten in Europa.

Gefeiert wurde direkt am Dreiländerpunkt, in Porajów auf polnischer, Hrádek nad Nisou auf tschechischer und der Innenstadt Zittaus auf deutscher Seite. Es wurde eine Feier, die der Begegnung der Menschen im Dreiländereck diente, Freundschaften vertiefte und bei den Gästen einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Nicht nur symbolisch, sondern reell wurden Brücken über die Neiße und die Lubota, somit zwischen den drei Staaten geschlagen.

Fast 200.000 Besucher konnten ein umfangreiches und attraktives Festprogramm mit rund 100 Veranstaltungen erleben. Mehr als 2.000 vor allem junge Künstlerinnen und Künstler erfüllten das Programm mit Leben und begeisterten ihre Zuschauer.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten tagte öffentlich der Gemeinsame Rat des im Jahr 2001 gegründeten Städteverbundes „Kleines Dreieck – Bogatynia, Hrádek nad Nisou, Zittau“ unter Beteiligung von Abgeordneten des Bundestages, des Sejm und des Parlamentes der Tschechischen Republik, Vertretern von Ministerien sowie des Kinder- und Jugendparlaments der Euroregion Neisse. Die während der Ratssitzung unterzeichnete gemeinsame Erklärung der Bürgermeister des Städteverbundes und der Euroregion zur Verbesserung der regionalen Verkehrsverbindungen zwischen den Städten sowie der Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz ist Grundlage zur Schaffung von Standortqualitäten, die eine zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Teilnahme der Region an den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen in der erweiterten Europäischen Union ermöglichen sowie grundlegende Bedingung für ein weiteres Zusammenwachsen der Städte. Das Jugendorchester EUROPERA-JUGENDORCHESTER und der Kinderchor aus Bogatynia (PL) umrahmten die Veranstaltung musikalisch.

Im Anschluss daran enthüllten die Bürgermeister der Städte, Gerard Swistulski (Bogatynia), Martin Půta (Hrádek nad Nisou) und Arnd Voigt (Zittau) auf jeder Seite des Dreiländerecks eine Stele mit einer Erinnerungstafel an das große geschichtliche Ereignis des EU-Beitrittes unserer polnischen und tschechischen Nachbarn.

Auf Einladung von Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt kamen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur der drei Nationen am 30. April zu einer offiziellen Feststunde der Sächsischen Staatsregierung im Festzelt am Dreiländerpunkt zusammen. Altbundeskanzler Helmut Kohl war als Festredner geladen und wurde von 2.000 Besuchern mit einem Spalier herzlich begrüßt. Weitaus mehr Gäste verfolgten seine Rede auf der Leinwand an der großen Bühne. Umrahmt wurde der Festakt von Darbietungen des Musikfestivals „Dreiklang“ mit der Krakauer Philharmonie. Eine polnische und eine tschechische Abiturientin formulierten in ihren Grußworten die Erwartungen und Wünsche der jungen Generation ihrer Länder, die sie mit dem EU-Beitritt Polens und Tschechiens verbinden.

Höhepunkt des Abends war das von über 10.000 Gästen verfolgte große Mitternachtsevent. Die Show, ein Theater-Licht-Spektakel nach Lessings Ringparabel wurde von 280 jungen Künstlerinnen und Künstlern gestaltet. Wie ein roter Faden zog sich das Thema Lessings, der Streit der Religionen, ihre gemeinsame Geschichte und Herkunft und die Auflösung des Streites in einer gemeinsamen Vision – symbolisiert durch den Ring, durch den Abend. Durch das Programm führten Moderatoren aus Polen, Tschechien und Deutschland.

Sie präsentierten:

  • drei Theatergruppen aus drei Ländern,
  • drei Musikgruppen aus drei Ländern,
  • drei Chöre aus drei Ländern und dazu
  • Figurentheater sowie Artistik auf Weltniveau.

Seinen festlichen Höhepunkt fand die Inszenierung um 24 Uhr in einem Feuerwerk. Gleichzeitig hissten die Bürgermeister der drei Städte gemeinsam am Dreiländerpunkt die Europafahne.

Daneben wurde auf polnischer und tschechischer Seite des Dreiländerecks sowie in der Zittauer Innenstadt bereits ein großes Volksfest mit bunten Bühnenprogrammen gefeiert.

Der 1. Mai stand ganz unter dem Motto: „Der erste gemeinsame Tag in der Europäischen Union“.

Bundeskanzler Gerhard Schröder, Polens Premier Leszek Miller und der Premierminister der Tschechischen Republik Vladimir Špidla sowie EU-Kommissar Günter Verheugen trafen sich im Dreiländereck.

Nach dem vollzogenen Baubeginn für die grenzüberschreitende Straßenverbindung zwischen Zittau, der Gemeinde Bogatynia und Hrádek nad Nisou durch den Start einer Probebohrung im Industrie- und Gewerbegebiet Zittau Nord/Ost trugen sich die prominenten Gäste in die Gästebücher der Städte Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau ein.

Bilder vom gemeinsamen Überschreiten der Brücken am Dreiländerpunkt sowie vom Setzen des Europa-Segels gingen um die Welt.

Nach kurzen Ansprachen von EU-Kommissar Verheugen, der Ministerpräsidenten Miller und Špidla sowie Bundeskanzler Schröder überreichten drei Jugendliche Texte zu ihren Visionen für Europa.

Vom Festgebiet am Dreiländereck aus reisten die hochrangigen Gäste gemeinsam zur offiziellen EU-Erweiterungsfeier nach Dublin.

Höhepunkt des Wochenendes auf dem Markt in Zittau war „EIN FEST FÜR ALLE“, die Gala von MDR 1 Radio Sachsen und Sachsenspiegel anlässlich der EU-Erweiterung am 1. Mai. Helena Vondráčková und Jens Riewa moderierten die hochkarätig besetzte Show, die zeitgleich live im MDR Fernsehen und bei MDR 1 Radio Sachsen ausgestrahlt wurde. Auch der tschechische und polnische Rundfunk sendeten von dieser Gala. Selbst der ausgerechnet zu Showbeginn einsetzende Gewitterregen konnte der ausgelassenen Stimmung der auf dem vollbesetzten Markt feiernden Zuschauer keinen Abbruch tun.

Hochstimmung verbreitete im Anschluss an die Gala die erzgebirgische Band „De Randfichten“.

Aber auch auf der Zittauer Neustadt beim Programm des Senders Radio Lausitz 107 Punkt 6 wurde drei Tage gefeiert. Zur Maximalparty live aus Zittau waren Stars wie Martin Kesici, Purple Schulz, Magic Affair und Fresh Fox geladen.

Radio PSR, Radio Impuls (Tschechien) und Radio WAWa (Polen) organisierten ein gemeinsames Programm mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern auf dem Klosterplatz in Zittau.

Es gab während des Festes auch viel Wissenswertes zu Europa zu erfahren. Wettspiele erwarteten die Besucher beim Europateppich. Der Europabus, Ort ausführlicher Informationen über die EU weilte vom 30.4. bis 2.5. in der Zittauer Innenstadt.

Umfangreiche Sportveranstaltungen gaben Gelegenheit, sich aktiv zu betätigen. Anziehungspunkt für alle Leichtathletikfans war das 1. Europasportfest im Zittauer Weinaustadion. Die AOK organisierte einen Sporttag, an dem sich Familien bei sportlichen Wettkämpfen betätigen konnten. Beim VIP-Fußballturnier in Hrádek nad Nisou hatte am Ende die Mannschaft aus Bogatynia die Nase vorn.

Im Barocksaal der Städtischen Museen in Zittau diskutieren am 1. Mai Sachsens Staatsminister der Justiz Dr. Thomas de Maizière, der polnische Justizminister Grzegorcz Kurczuk und der Justizminister aus Tschechien, Karel Cermak unter Beteiligung der Öffentlichkeit zum Thema Kriminalitätsbekämpfung.

Klassisch wurde es bei der Ouvertüre für das Musikfestival DREIKLANG 2004. Das Galakonzert mit der Krakauer Philharmonie präsentierte im Festzelt am Dreiländerpunkt Werke von Ludwig van Beethoven, Stanisław Moniuszko und Antonín Dvořák.

Das traditionelle Blasmusikfest wurde im 10. Jahr seines Bestehens schwungvolles Finale der Feierlichkeiten am Dreiländerpunkt. Elf Orchester und 200 Musiker aus allen drei Ländern spielten zu einem zünftigen Feuerwerk der Blasmusik auf.

Zum großartigen Abschluss der Feierlichkeiten in der Innenstadt Zittaus wurde das internationale Countryfest mit „Hello“, einer Spitzenband aus Katowice in Polen, der Damen-Country-Band „Schovanky“ aus Tschechien sowie Countrystar Tom Astor, der den zahlreichen Countryfans seine größten Hits und internationalen Erfolge präsentierte.

Hochrangige aktive und ehemalige Politiker aus der Europa-, Bundes- und Landesebene, aus den Beitrittsländern sowie aus den sächsischen Kommunen und Landkreisen besuchten dieses einmalige Fest. Neben den bereits genannten prominenten Gästen konnten die Bürgermeister der Städte Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau sowie die Besucher des Festes

  • Manfred Stolpe, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,
  • Marek Pol, Minister für Infrastruktur der Republik Polen,
  • Milan Šimonovský, Minister für Verkehr der Tschechischen Republik,
  • Georg Milbradt, Sächsischer Ministerpräsident sowie zahlreiche weitere Mitglieder der Staatsregierung des Freistaates Sachsen, der Republik Polen und der Tschechischen Republik
  • in Deutschland akkreditierte Botschafterinnen und Botschafter aus 35 Ländern der Welt und
  • ca. 30 Vertreter der Partnerstädte Zittaus

begrüßen.

Über 600 Journalisten aus 20 Ländern berichteten von den EU-Beitrittsfeierlichkeiten in Zittau, Hrádek nad Nisou und Bogatynia.

Nach einem großartigen Wochenende sind die Menschen im Dreiländereck stolz darauf, dass nun am Dreiländerpunkt zwischen den Fahnen der benachbarten Länder auch die Europafahne weht. Die gelungenen Feierlichkeiten werden Impuls dafür sein, die bereits über viele Jahre bestehende gute Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen, Institutionen und Vereinen sowie die guten Beziehungen der Menschen im Dreiländereck weiter zu vertiefen sowie eine neue Qualität darin zu erreichen.